loading

Die Arbeiten Henri Haakes sind geprägt von großer formaler Klarheit sowie von pointierter Farbigkeit; sein grafisches Können wird ergänzt durch eine ausgeprägte koloristische Begabung. Und so eindeutig die Sujets sind: ebenso bedeutsam wie das Figürliche ist das Ungesagte, der Raum zwischen den Menschen und Dingen.

Mit wachem Blick scannt Henri Haake die Welt. Er erkundet die Realität, wie sie ist, er macht sich frei von Bewertungen. Zugleich sucht er das passende Motiv, das richtige Bild. Vieles findet er in Zeitungen und Magazinen, anderes fotografiert er selbst und nimmt diese Fotos zum Ausgangspunkt seiner Malerei. Sein Blick ist kühl und analytisch, doch seine Distanz ist auch abgepolstert mit Humor und verständiger Ironie.

Die Motive können so banal sein wie der Caféhaus-Stuhl aus Plastik oder so exotisch wie afrikanische Szenerien. Im Zentrum aber steht immer der Mensch; selbst dort, wo Menschen abwesend sind, etwa in Osu, einer Strandszene in Ghana – selbst in diesem Landschaftsbild ist der Mensch durch seine Spuren präsent. Wie ein Soziologe sucht Henri Haake nach dem Typischen, beobachtet, wie die Menschen gehen und stehen, fasst ihre Ausdrucksweisen, ihre Selbst-Darstellungen.

Wie in der klassischen Kunst gerinnt das zu formalisierten Posen. Das kann die klischeehafte Haltung eines Boxers sein, das Image eines Pfeifenrauchers, Werbe-Models oder älteren Intellektuellen, die schemenhafte Erscheinung von Strandläufern und Fußballspielern, oder die typisierte Haltung der ruhenden oder mit ihrer Schönheit befassten Frau. Die Figuren sind vereinzelt und introspektiv, scheinen in ihrer Beziehungslosigkeit sogar etwas verloren; selbst die Fußballer agieren nicht miteinander, sondern stehen für sich. Der endlos laufende Film hält für die eine, entscheidende Sekunde inne, komplexe Handlung verdichtet sich zu einem Bild. So liegt über diesem Werk eine Siesta-Ruhe, eine Tagschlaf-Atmosphäre – ein Schweigen, das allerdings voller Geschichten steckt.

Das Entscheidende aber ist weniger die Ralität an sich als vielmehr ihre Verwandlung in Kunst. Henri Haake zeigt die Welt in ihrer malerischen Qualität. Es geht nicht darum, ob diese Welt schön ist, sondern wie sie ist, wenn sie als Malerei daher kommt. Es geht um den Prozess des Malens.

Für weitere Informationen sehen Sie bitte die Website des Künstlers: Henri Haake.

Werke

Biographie

1989 geboren in Lübeck
2007-10 Kurse im Atelier Colour Works, Lee Kozlik, Lübeck
2010-16 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste, Berlin, seit 2011 Klasse Robert Lucander
2013 Hunter College, New York , MFA
2015 Knispel Preis für Malerei und Grafik
Absolvent an der Universtität der Künste, Berlin
2016 Meisterschülerabschluss, Universität der Künste, Berlin

Lebt und arbeitet in Berlin

ausstellungen (Auswahl)

2016 Berlin Masters, A3, Arndt Art Agency, Berlin
Dialog der Residuen, Köppe Contemporary, Berlin (Soloschau, mit Jeewi Lee)
Querschnitt I, Busche, Berlin
2015 _ndo, Museum Jorge Rando, Malaga, Spanien
2014 Umwandlung, Universität der Künste, Berlin
2013 Hunters MFA Open Studio, 205 Hudson St, Studio 358, New York
Nachschlag, Uferhallen, Berlin
Quer, Universität der Künste, Berlin
2012 Roter Rauch, Galerie Manzoni Schäper, Berlin
2011 Berlin – London, Gutshaus Erlenbach, Zürich
Gleichzeitigkeit, Atelier Colour Works, Essig Fabrik, Lübeck

2011-2016 regelmäßige Teilnahme an den Rundgängen der Universität der Künste, Berlin