loading

Vor mehr als hundert Jahren schrieb der Kunstkritiker Karl Scheffler, dass Berlin dazu verurteilt sei, „immer zu werden und niemals zu sein“. Heute gilt dieses geflügelte Wort mehr denn je, und es ist nicht zuletzt das Unfertige, eine kreative Offenheit, die in den letzten Jahren Künstler aus aller Welt nach Berlin zog und die deutsche Hauptstadt in ein internationales Kunstzentrum verwandelte. Den Künstlern folgten deren Galerien, dazu einige potente Sammler – leider noch viel zu wenige, wie der Klageruf allerorten lautet.

Die Neugier auf Bilder aus diesem Wunderland der Kunst stieg mit dessen wachsender Bedeutung. Eine ganze Reihe von ihnen lieferte Dawin Meckel, der für große Zeitungen und Magazine Aufträge ausführte. Diese Aufnahmen sind die Grundlage des hier präsentierten Projekts. In den letzten Monaten kamen einige Porträts neu dazu, und zwar ausschließlich von Künstlerinnen und Künstlern. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt dieser Serie bei den Kreativen: ohne Künstler keine Kunst, keine Szene…

Dawin Meckel absolvierte zunächst eine Lehre als Bauzeichner, und er arbeitete in den Bereichen der Dokumentarfotografie und der Reportage, bis schließlich das Porträt hinzu kam. Dieser Erfahrungsmix prägt seinen ganz eigenen Stil. In der Fotografen-Agentur Ostkreuz, der er seit 2004 angehört, findet er einen Ausgleich für die vielfältigen Aufträge, die ihn rund um den Globus führen: einen Ort des Austauschs mit den Kollegen und ihren unterschiedlichen künstlerischen Konzepten – ein großer Glücksfall, wie er sagt.

Bei seinen Porträts hat Dawin Meckel einen gleichsam architektonischen Ansatz: der Raum, in dem das Shooting stattfindet, spielt eine entscheidende Rolle. Er braucht eine Weile, bis er sich in den Raum eingesehen hat und die Person darin verorten kann: weitläufige Linien geben der Komposition Halt, Struktur, Ordnung. Dann kommen die Individuen hinzu und es beginnt ein Spiel, ein Geben und Nehmen zwischen dem Fotografen und seinem Gegenüber. Zunächst muss Vertrauen entstehen, was oft – wenn man sich zuvor nicht kannte und nur wenig Zeit zur Verfügung steht – eine Herausforderung ist. Wie viel Nähe lassen die Personen zu, wie wollen sie sich selbst darstellen? Der eine überlässt alles dem Mann mit der Kamera, der andere hat ein vollständiges Konzept mit Setting, Körperhaltung, Mimik, Gestik.

Dawin Meckel wahrt eine gewisse Distanz, er nimmt sich zurück, will dem Gegenüber nicht zu nahe kommen. Er sucht zu dokumentieren, nicht zu inszenieren, arbeitet mit dem, was er vorfindet. Gleichzeitig geht es darum, den einen richtigen Moment einzufangen, die typische Haltung, den charakteristischen Blick. Dabei können Kleinigkeiten, minimale Veränderungen in Habitus und Mienenspiel, eine große Rolle spielen. Und am Ende, das ist Meckels Anspruch, darf nichts gekünstelt wirken, soll alles natürlich aussehen.

Schließlich muss das Ganze stimmen: der richtige Moment, die richtige Komposition. Es muss ein Bild werden. Dawin Meckel nutzt bewusst dieses Wort, um es gegen das „Foto“ abzugrenzen, jenes Produkt, das entsteht, wenn er den Auslöser drückt. Er will etwas kreieren, das allgemein gültig ist, die Zeit überlebt. Mit diesen Aufnahmen ist ihm das gelungen. Auch wenn unsere Auswahl in keiner Weise repräsentativ sein kann für die gesamte Berliner Kunstszene, so hat Dawin Meckel doch idealtypische Images herausragender Künstler, Sammler, Galeristen unserer Zeit geschaffen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Künstlers.

*

Berlin-Art-Scene_Box_A3-009edited

Box mit 12 Fotos im Format 42 x 30 cm

Berlin Art Scene

2013-2016

Fotografien

Fotos im Großformat:
Fine Art Inkjet Print auf Baryt-Papier, Blattformat 100 x 70 cm, gerahmt.
Auflage: 5 Ex. + 2 AP. Preis: Jeweils 2.400 Euro.

Mappe mit zwölf Fotos:
Format 42 x 30 cm, Auflage 5 Ex. + 2 AP. Preis: 3.850 Euro.

Kaufinteresse

Biographie

1977 geboren in Lich, Hessen
1996-1998 Ausbildung zum Bauzeichner
1998-2004 Studium Foto- und Filmdesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Bielefeld
seit 2004 Mitglied bei OSTKREUZ – Agentur der Fotografen, Berlin

Lebt und arbeitet in Berlin.

preise und auszeichnungen

2013 Konrad Wolf Prize als Mitglied von OSTKREUZ – Agentur der Fotografen
2011 Zweitplatzierter beim Europäischen Architekturfotografie-Preis mit der Serie “DownTown Detroit”
2005 Lobende Erwähnung bei den Lead Awards, Kategorie: Beste Fotoreportage in deutschen Magazinen
Nominierung beim Körber-Photo-Award zum Thema »Phase Drei: Wie leben die Alten?«
2004 Nominierung für die World Press Photo Joop Swart Masterclass

Ausstellungen

2016 »BERLIN RAUM RADAR – neue Architekturfotografie«, Neue West, Berlin
2013 »Westwärts«, OSTKREUZ-Ausstellung, C/O Berlin
»Über Grenzen«, OSTKREUZ-Ausstellung, Deutsches Hygiene-Museum Dresden
2012 »Malawi in Transition«, Fotodoks Festival, Münchner Stadtmuseum
»Über Grenzen«, OSTKREUZ-Ausstellung, Haus der Kulturen der Welt, Berlin
2010 »Die Sadt. Vom Werden und Vergehen«, C/O Berlin
2009 »Malawi in Transition«, Goethe Institut, Lilongwe/Malawi
2008 »Swakopmund – Eine Stadt in Namibia«, Alte Feuerwache, Berlin
»Same, same but different«, V8 Gallery, Cologne
2007 »Swakopmund – A town in Namibia«, TeMBi Gallery, Yogyakarta/Indonesia
2006 »Neueinstellung – Deutschlandbilder«, OSTKREUZ-Ausstellung, 6. Photo Biennale, Central House of Artists, Moscow
2005 »Neueinstellung – Deutschlandbilder«, OSTKREUZ-Ausstellung, Pfefferberg, Berlin
»Swakopmund – Eine Stadt in Namibia«, Lead Awards, Deichtorhallen, Hamburg
»Wie leben die Alten?«, Körber-Photo-Award, Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
»Swakopmund – Eine Stadt in Namibia«, 7. Internationale Fototage, Mannheim/Ludwigshafen
2004 »Wie leben die Alten?«, Körber-Photo-Award, Schloss Agathenburg
2002 “Straight Talk – Voices from the new South Africa”, Photokina Studenten Galerie, Köln;
bildwild Galerie, Bielefeld

kunden

Editorial: ADAC Magazin, Amnesty International Journal, AD, Air Magazin, Art, brand eins, brand eins Wissen, Capital, Condé Nast Traveller, D-Magazine, Dummy, Effilee, Himmelblau, L’Express, Free Men’s World, GEO, Gesund Leben, Greenpeace Magazin, Le Monde, Menschen, Mobil, NEON, Stern, Spiegel, KulturSpiegel, UniSpiegel, Time Magazine, Weltkunst, ZEIT, ZEIT Studienführer, ZEIT Wissen

Corporate: Berliner Sparkasse, design hoch drei, Dorten, Helmholtz Zentrum, Humboldt University, Kleiner und Bold, MAP – Moving Story, Meta Design, NOMOS Glashütte, Publicis Schweiz, Römer Wildberger, Soundcloud, Vivantes, Voith GmbH, We Do Communication