loading

Angesichts der unermesslichen Breite und Tiefe abendländischer Kunst-Traditionen stellt Bernhard C. Striebel viele Fragen: Was ist ein Bild, wie eindeutig und präzise muss ein Kunstwerk sein, wieviel Geheimnis verträgt es? Was ist die Rolle des Betrachters, inwieweit erschafft der das Werk? Lässt sich das Gesehene in Worte fassen, können wir Kunst überhaupt betrachten, ohne dabei in Begriffen zu denken? Wie ist das Verhältnisk von Figur und Grund, von Bild und Wand, von Fläche und Raum? Welche Rolle spielen Farbe und Licht? Wie dekorativ darf – oder muss – Kunst sein? Und schließlich, die zentrale Frage: Was ist die Bedeutung von Kunst?

Einige dieser Ansätze gehen auf Striebels Lehrer Franz Erhard Walther zurück, nicht zuletzt die aktive Rolle des Betrachters (oder: Nutzers). Walthers raumgreifende Aktion findet seine Entsprechung zunächst in Striebels Frühwerk, das als bloße Handlung und ortspezifische Setzung keine Objekte hinterließ, sondern nur in Fotos dokumentiert ist. Doch beide Aspekte, das Ortsbezogene und die Handlung, bleiben Grundlagen des Werks. Zwei der hier vorgestellten Werke, „Einen Augenblick lang“ und „Blende“, geben Anweisungen für das Durchschreiten der Räume; die Arbeit „Aber wohin!“ thematisiert Gehen und Ziel: Die Worte sind nicht eindeutig zu entziffern, das Ziel muss offenbleiben.

Das Licht spielt in vielen Werken Striebels eine zentrale Rolle. Ohne Licht gäbe es keine Kunst, in der Geschichte der Malerei ist die Beleuchtung von eminenter Bedeutung, aber auch die Skulptur lebt von Licht und Schatten. Immer wieder konfrontiert Striebel das natürliche, warme Tageslicht mit menschengemachten Leuchtquellen, insbesondere dem künstlichsten, kältesten Licht unserer Zeit, der Neon-Leuchtröhre.

Das Erfreuliche am Werk Bernhard C. Striebels: Er stellt nicht nur viele Fragen, sondern er gibt auch Antworten – auf seine Weise, zu unserer Bereicherung und zu unserem Vergnügen.

Einige der hier vorgestellten Werke sind ortsspezifische Installationen. Insofern können diese Arbeiten als Skizze für ein beinahe identisches Werk an einem anderen Platz verstanden werden. Oder, und das ist wahrscheinlicher, Bernhard C. Striebel entwirft ein neues Werk, das auf den vorgesehenen Ort perfekt zugeschnitten ist.

Biographie

geboren 1953
Studium an der Akademie Stuttgart und der HfbK Hamburg
Masterstudium am Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin
lebt seit 1983 in Berlin

Stipendien und Förderungen

1984 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1985-86 Graduiertenstipendium des DAAD für Italien
1988 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
1990 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle; Angelegenheiten, Berlin
1991 Atelierstipendium Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1994 Deutsches Studienzentrum, Venedig
2004 Projektförderung der Senatsverwaltung für Kulturelle; Angelegenheiten, Berlin
2009 Katalogförderung der Stiftung Kunstfonds, Bonn

Einzelausstellungen

1983 Pankehallen, Berlin
1986 Marginalia delle Forme d´Arte, Turin
1987, 1989 Galerie Vayhinger, Radolfzell (K)
1989 Galerie Anselm Dreher, Berlin (K)
1990 Galerie Conrads, Neuß
1991 Fleetinsel 71/72, Hamburg
1992 Künstlerhaus Bethanien, Berlin (K)
Galerie Theuretzbacher, Wien
Galerie Vayhinger, Radolfzell (K)
1993 Galerie Theuretzbacher, Wien (K)
1994 Galerie Anselm Dreher, Berlin
1996 Galerie Theuretzbacher, Wien
Galerie Vayhinger, Radolfzell
1997 Galerie von Tempelhoff, Karlsruhe
Element, Berlin
2000, 2001, 2004 Galerie Quinque-Wessels, Berlin (K)
2004 Mies van der Rohe Haus, Berlin
2006 Mannheimer Kunstverein (Pl)
2008, 2009, 2010 März Galerie, Mannheim, Cube 4 x 4 x 4
2009 Haus am Lützowplatz, Berlin
2010 Galerie 149, Bremerhaven
2012 Künstlerhaus Sootbörn
2013 Kunstverein Erlangen
2014 KunstRaum K25, Ulm; Verein für aktuelle Kunst / Ruhrgebiet e.V., Oberhausen

Gruppenausstellungen

1986 Haus der Kunststiftung, Stuttgart (K)
1988 “W-ORTE”, Galerie der Künstler, München (K)
“vom alten Westen zum Kulturforum”, NGBK, Berlin (K)
1989 weltbekannt e.V., Hamburg (K)
1991 “Mit Fotografie”,  Galerie Conrads, Neuß
“The Artist´s Beautiful Language”, Galerie Anselm Dreher, Berlin
Karl Schmidt-Rottluff Stipendiaten, Kunsthalle Düsseldorf (K); “Interferenzen”, Riga und St. Petersburg (K)
1993 Galerie Theuretzbacher, Wien (K)
1995 Karl Schmidt-Rottluff Stipendiaten, Kunsthalle Düsseldorf (K)
1998 “Le Futur du Passé”, Hameau du Lac, Sigean
1998-99 “Fleeting Portraits”, NGBK, Berlin (K)
2002 “Bildbetrachtung”, Galerie Quinque-Wessels, Berlin (K)
2006 Galerie für Konkrete Kunst, Potsdam; “Layout”, Art Forum Berlin,
2008 März Galerie, Mannheim, Projektraum 4
2010 Drei Positionen aktueller Farbmalerei, Berlin
2012 Art Karlsruhe, März Galerie, Mannheim
2013, 2014, 2015 März Galerie, Mannheim
2015 „Quersumme“, Mannheimer Kunstverein

Projekte

1997 Neue Mitte Potsdam: Installationsentwurf des Schloss-Standortes Potsdam. In Zusammenarbeit mit Joppien-Dietz Architekten, Rainald Angelis und Barbara Willecke. Erster Preis, (nicht realisiert)
2008 Guestbook”, Manifesta 7, Bozen. Zusammen mit Valentina Sartori, Sylvia Marzall und Luis Fernandez Pons
2010 Der Sauener Wald – Ein von Künstlern gestalteter Audioguide. Zusammen mit Mattia Bier, Valentina Sartori und Sabrina Schleicher
2012 Künstlerseiten des Mies Haus Magazins, Periodikum zur Kultur der Moderne
2015 Permanente Fensterarbeit für Vermittlungsstelle_b

Werke