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Es ist ganz im Sinne der Künstlerin, wenn wir in diesen Bildern vor allem das Kindliche, Spielerische sehen. „Für mich sind Kinder die großen Meister der Kunst. In deren Zwanglosigkeit, Natürlichkeit und Unbefangenheit versetze ich mich während meines Schaffensprozesses. Kunst machen ist für mich wie Spielen.“ So sind ihre Werke voller Kritzeleien und Krakeleien, Strichmännchen, Puppen und Clowns bevölkern die Szene. Wie in einem fröhlichen Kinderzimmer ist alles in den schönsten, buntesten Farben dekoriert.

Doch die Kinderwelt hat auch ihre dunklen Seiten – wie unsere Märchen vielfach zu erzählen wissen. So ist auch Ellen DeElaines schöne Welt voller Tücke. Da erinnert eine Puppenfigur, so niedlich sie scheinen mag, in ihrem zusammengestückelten Aufbau an Frankensteins Monster, ein Mädchengesicht evoziert eine Horror-Film-Figur wie Carrie. Fröhlich grinsende Raupen und Strichfiguren können sich in zähnefletschende Blutsauger verwandeln, ein Strichmännchen wird zum klappernden Gerippe des Todes.

Mit einem einfachen Dreh verwandelt die Künstlerin eine schlichte Hinterhof-Szenerie, in der für das Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ die Markierungen auf das Pflaster gezeichnet sind: Sie stellt das Bild auf den Kopf, und unvermittelt wird das süße Kindergesicht zum Kopf des Teufels selbst. Treppen führen in ein dunkles Nirgendwo, Vorhänge haben einiges zu verbergen, schwere Balken und dicke Ketten dräuen, und bunte Farbflecken könnten auch Blutspritzer sein.

Technisch ist Ellen DeElaine sehr versiert, sie spielt mit den vielen Möglichkeiten bildnerischer Darstellung. So kombiniert sie tiefe Räume mit dem Flächigen von Strichzeichnung und Schrift; gelegentlich lässt sich kaum entscheiden, ob ein Graffito auf die Wand im Bildraum gezeichnet und damit ein Bild-im-Bild ist, oder ob es auf der Leinwand-Oberfläche liegt. Das Collage-Prinzp wendet sie so geschickt an, dass oft unklar bleibt, ob etwas gemalt oder als reales Objekt eingefügt wurde. Und wie kunstvoll sich die gerollten Holzspäne in eine hübsche Frisur verwandeln!

Zusammen mit ihrem Partner Mike MacKeldey kreiert Ellen DeElaine auch Gemeinschaftsarbeiten. Das hier vorgestellte Werk Ema war ein Junge enthält einige raffinierte Illusionen, etwa Gemälde, die als Objekte im Raum stehen. Darunter ist auch Henry Raeburns Bild des Reverend Robert Walker beim Schlittschuhlaufen (1784) aus der National Gallery of Scotland in Edinburgh, ein Gruß an Mikes schottische Vorfahren

Ausstellung Bääääng!!! mit Mike MacKeldey im Kunstverein Pforzheim.

Weitere Informationen auf der Website von Ellen DeElaine.

Biographie

1982 geb. in Bedburg
2004-11 Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, bei Rissa, Markus Lüpertz und Reinhold Braun
2010 Meisterschülerin
2011 Akademiebrief der Kunstakademie Düsseldorf

Mehrfache Aufenthalte in Spanien, Lateinamerika und Italien

Lebt und arbeitet seit 2012 in Berlin

Ausstellungen (Auswahl)

2016 Bääääng!!!, Kunstverein Pforzheim  (solo)
Musée Cognacq-Jay, Paris
2015 Somos savia, MACsa – Múseo de Arte Contemporáneo, Salta, Argentinien (solo)
La mani d‘ abruti, Galerie Da-End, Paris (solo)
Sightzeichen, Galerie Klose, Essen
Schlaraffenland, HilbertRaum, Berlin
blind date, HilbertRaum, Berlin
2014 Schlaraffenland, Alte Börse Marzahn, Berlin
KunstRaum Riedberg, Frankfurt
Der Hahn ist die Uhr, Galerie Kaiser & Cream, Wiesbaden
Weibsbilder, Galerie Klose, Essen
Junge Kunst, Evelyn Drewes Galerie, Karlsruhe
2013 Junge Positionen, Evelyn Drewes Galerie, Offenbach
Berliner Liste, Galerie Klose
KIAF Korea International Art Fair, Galerie Klose
2012 Vorsicht Schweisshund, Evelyn Drewes Galerie, Hamburg (solo)
Salon der Gegenwart, Hamburg
Made in Germany, Galerie Evelyn Drewes, London
Art Karlsruhe, Galerie Supper/ Galerie Gegenwart
Auf den Hund gekommen, Galerie Klose, Essen (solo)
Zwerg Rasas Hazenfuss, Galerie Evelyn Drewes, Berlin (solo)
2011 Wunderland, Villa de Bank, Enschede. (solo)
KIAF Korea International Art Fair, Galerie Klose
Art Karlsruhe, Galerie Bengelsträter
Junge Kunst, K20, Düsseldorf
Düsseldorf German Art, gallery space, Jeanbok, Korea
Gehen eben fort essen, Fördergesellschaft Zeitgenössischer Kunst, Essen
auf ab und zugeflogen, Galerie Gegenwart, Karlsruhe. (solo)
Art Innsbruck, Galerie Klose

Werke