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Es ist eine sonderbare, rätselhafte Welt, die Janes Schmallenberg uns mit seinen Bildern vorsetzt. Menschliche Wesen mit mächtigen Oberkörpern, überlangen – oder auch gar nicht vorhandenen – Hälsen, kleinen Köpfen und schmalen Füßen stehen – nein: schweben – in verwunschenen Landschaften mit stilisierten Pflanzen und Bäumen, die auf den ersten Blick abgestorben erscheinen, auf den zweiten Blick sich höchst lebendig wie Lianen winden und sich noch dazu äußerst vermenschlicht geben. Hinzu kommen lemurenhafte Figuren, Böse Geister, wie ein Titel verrät, dazu Tiere, wie Elefanten oder auch ein Rotes Wesen. In diesen geschlossenen Welten zwischen Paradies und Apokalypse passiert allerlei – aber was?

Der junge Künstler verweist auf Monsieur Teste, die vollständig durch Verstand und Vernunft gesteuerte Kunst-Figur Paul Valérys. Wir können daraus schließen: So phantastisch-surreal diese Bilder erscheinen mögen, so sehr sind sie doch intellektuell konstruiert. Allerdings hat dieser „Herr Kopf“ eine gewichtige Gegenfigur im Werk selbst, nämlich Mme Cœur. Sie fügt dem kühlen Verstand das Herz hinzu, seine Wärme, seine Emotionen. Madame Cœur in ihrem roten Gewand ist eine ziemlich mächtige Erscheinung, die zwei Elefanten führt – allerdings schweben sie alle in den Wolken. Das Leichte und das Schwere stehen hier gegeneinander, und wir können uns überlegen, was wir dem Kopf, dem Denken, was dem Herzen, den Emotionen zuordnen.

Verstand und Gefühl setzt Schmallenberg mit einem klar definierten Ziel ein: Er will uns packen, in die Bilder hineinziehen und nicht wieder loslassen. Darum das Rätselhafte, vor dem wir stocken, darum das Verständliche und Bekannte, das uns den ersten Schritt in das Bild hinein tun lässt, deshalb die suggestive, kontrastreiche Farbigkeit. Wir werden aufgefordert – man kann sagen: der Künstler will uns zwingen – die angedeuteten Geschichten selbst zu erzählen, wir sollen länger als die üblichen elf Sekunden vor seinen Bildern verweilen und das Bild nach unseren Ideen vollenden, sei es mit Sympathie, sei es mit Abneigung. Damit folgen wir ganz seinem eigenen Verfahren: nicht das erzählerische Thema, sondern das Malen selbst ist der Inhalt, alles ergibt sich aus dem Malprozess, dem Tun. Darum braucht Schmallenberg auch das große Format, es muss genug Platz sein für den Pinselduktus und das Ausprobieren.

Werke

Biographie

1988 geboren in Warstein, lebt und arbeitet in Berlin

2005-13 Kunstakademie Düsseldorf, bei Prof. Siegfried Anzinger
2010 Meisterschüler
2013 Akademiebrief

ausstellungen (Auswahl)

E = Einzelausstellung

2015 Vivisektion, Galerie der Volksbank Weinheim, Sammlung Baumgartner, Weinheim (E)
Demerol – Das Comeback des Jahres with S.Lis und M.Thiel, Argh!, Berlin (E)
Berlin Bozen Connection, Studio Chrom, Bozen
2014 Bocca Della Verità, Epicentro-Art, Berlin (E)
2013 Fisch und Fröhlich, Galerie Villa Köppe, Berlin (E)
100 Jahre Amerika with Christian Korda, Warum Verlag, Berlin (E)
2012 German Kleinformat, Neter, Mexico City
German Kleinformat Vol. 3, Raum Pilot Projekt für Kunst e.V., Düsseldorf
Central Horizon, Penny Temporary, Neumünster
Neuankäufe – Kunst aus NRW, Museum Kornelimünster, Aachen
New Kids on the Block, Neu-West-Berlin, Berlin
Show of the Week, Freies Museum, Berlin
2011 Die Böse Laune der Guten Miene, Essential Existence Gallery, Leipzig
Ich kann kein Bier mehr sehen, Galerie Grundeinkommen, Berlin
Lupi with Dejan Spasovski und Johannes Kithil, Jagla Ausstellungsraum, Köln
Bahnhof Anzinger, Galerie Geuer und Breckner, Düsseldorf
2010 Müssen, Können, Wollen, mit Wanda Koller, Intervall, Köln (E)
Sie haben gerade erst angefangen, Oktoberbar, Düsseldorf
Und immer fehlt mir etwas, und das quält mich, Kunstgruppe, Köln
Muss ja auch nicht sein, mit D.Spasovski und J. Kithil, Raum Kalk, Köln (E)
Von mir aus, Kunstgruppe, Köln
Sonderschicht, Kunstverein Oberhausen, Oberhausen
2009 Sonderausstellung, Garage Gereonswall, Köln
Sigi, Lichthof Köln, Köln
2008 Das Zeitung, Projektraum Open, Düsseldorf
2007 Und immer fehlt mir etwas, und das quält mich, Werkstatt Graz, Graz
2006 Über Frauen, mit Oliver Kolibabka und Satoshi Kojima, Citadelle, Düsseldorf (E)

Für weitere Informationen sehen Sie bitten die Website des Künstlers: Janes Schmallenberg