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Mike MacKeldey malt fast ausschließlich Porträts – und es sind rätselhafte, phantastische Wesen, die er darstellt. Da sieht man einen Kopf ohne Unterkiefer, aber mit einem riesigen Mund und offener Zahnreihe, ein Menschenhaupt auf einem Tierkörper, Frauen mit Bärten. Eine vornehme Dame aus dem goldenen Zeitalter der holländischen Malerei ist zu einer indianischen Squaw mutiert, ein anderer Kopf besitzt eine kubistische Mehransichtigkeit, bei dem Herrn Hagestolz wird das in der Vorlage linke Auge zu seinem rechten. Der eingeritzte oder gemalte „Bart“ kann auch auslaufender Speichel sein, ein Farbwirbel eine riesige Fleischwunde. Das alles ist ebenso skurril wie befremdlich, ebenso komisch wie bedrohlich; es liegt etwas Geheimnisvolles, Dunkles über dieser bunten, farbenfrohen Welt.

In der Regel sind die Bilder in vier Schritten aufgebaut. Grundlage ist ein naturalistisch gemalter Kopf, sei es das Porträt eines Alten Meisters oder das Antlitz einer Magazin-Schönheit. Dieses eindeutige Abbild wird sogleich durch Verwischen verunklärt und – dritter Schritt – ergänzt mit des Künstlers eigenen Assoziationen und Erfindungen: zumeist gestische, skizzenhafte Skribbeleien, die an expressive Malerei oder an Kinderzeichnungen erinnern. Als Viertes schließlich fügt er einzelne Worte oder Sätze hinzu, die allerdings oft genug kindlich verdreht sind, sinnlos wirken und rätselhaft bleiben.

Picasso hat uns gelehrt, dass ein einfaches Skribbel oder eine kubistische „Deformation“ die Realität ebenso gut wiedergeben wie naturalistische Darstellungen, es sind einfach nur unterschiedliche Sprachen (oder Zeichensysteme). Und von Paul Cézanne stammt das Wort von der Kunst als einer Harmonie „parallel zur Natur“. An diese Tradition knüpft Mike MacKeldey an. Er betreibt ein Spiel mit den vielen Möglichkeiten bildnerischer Darstellung und packt uns bei unserem Wunsch nach Verständlichkeit: indem er seine skizzenhaften Markierungen mit dem naturalistischen Abbild verbindet, gibt er ihnen eine besondere, herausragende Bedeutung. So entsteht eine Irritation, und es kommt zu dem Eindruck des Rätselhaften, Skurrilen, Phantastischen oder auch Erschreckenden. Humor und Horror liegen da eng beieinander.

Mike MacKeldey ist Autodidakt, die Städelschule hat den Frankfurter nicht zum Studium angenommen. So schuf er sich seine ganz eigene Kunst – und vielleicht auch seine eigene Biografie, etwa wenn er das Bild „Oquasifar“ mit „MacKeldey 1713“ signiert…

Zusammen mit seiner Partnerin Ellen DeElaine kreiert Mike MacKeldey auch Gemeinschaftsarbeiten. In ihrem Werk „COMA“ liegt die Schrift als riesiges Objekt bedrohlich über einer pastoralen Landschaft – und doch sind die Buchstaben nichts weiter als Farbe auf der Leinwand.

Ausstellung Bääääng!!! mit Ellen DeElaine im Kunstverein Pforzheim.

Für weitere Informationen über den Künstler: Mike MacKeldey

Biographie

geb. 1973 in Frankfurt am Main

Einzelausstellungen (Auswahl)

2016 Bääääng!!!, Kunstverein Pforzheim
2015 La manie d’abruti, Galerie Da End, Paris
Jesus Box, Galerie Klose, Essen
Die Chenkingliu Show, Galerie Supper, Baden Baden
2013 Ich werf die Baggermatsch in’s Gesicht, Evelyn Drewes Galerie, Hamburg
2012 Wer hat Zwerg:Rasa’s Hazenfuss versteckt?, Galerie PopartPirat, Berlin
Das Mädchen auf den Hund gekommen – Der Idiot auf die Libelle, Galerie Klose, Essen
Schweissshund, Galerie PopArtPirat, Hamburg
2011 In Saus & Braus|Ausspucken|Taschen leeren, Galerie Apollo9, Hamburg
Fräulein Mimese irrt sich an der Tür, Galerie Supper, Karlsruhe
Der Käfer Knilch:Rasa, Stephane Simoens Contemporary Fine Art, Knokke, Belgien
2010 Cassandras Leben & andere Rüpel-Geschichten, Heyne Kunstfabrik, Offenbach
Taking a lesson from the past, Galerie Klose, Essen
Cassandras erstes Leben beginnt vorläufig in 5 Minuten, Galerie Son, Berlin
2008 Lunchpaket, Galerie Studio 01, Wiesbaden
2006 Die unerwartete Begegnung mit Shenzhouraptor, Galerie Wildwechsel, Frankfurt

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2016 Love, Galerie Da End, Paris
2015 Under Realism, Galerie Da End, Paris
Ramos del Rondeaux, Galerie Polaris, Paris
Musée Cognacq-Jay, Paris
2014 Der Hase im Laufhaus (mit Arnulf Rainer und Markus Lüpertz), Evelyn Drewes Galerie, Hamburg
Cabinet Da End 04, Galerie Da End, Paris
2013 Stephane Simoens Contemporary Fine Art, Knokke, Belgien
Bildstörungen (mit Arnulf Rainer und Markus Lüpertz), Galerie Supper, Baden Baden
Bildstörung (mit Arnulf Rainer & Markus Lüpertz), Galerie Klose, Essen
2012 Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle, Belgien
2011 PricewaterhouseCoopers, Düsseldorf
Junge Kunst, Museum K20, Düsseldorf
Stephane Simoens Contemporary Fine Art, Knokke, Belgien
Villa de Bank, Enschede, Niederlande
German Art, Gallery Space, Jeonbuk, Korea
2010 Kunstsammlung Kypta, Offenbach

Werke