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Diese zweite Präsentation zum Thema „real/sur-real“ zeigt vier Maler, die sehr unterschiedlich sind, sowohl im Stil wie in den Themen als auch im Alter. Was sie vereint, ist die Suche nach einer Realität jenseits der sicht- und erfahrbaren Welt. Dieses „Außer-Irdische“ findet statt in Form von Visionen, Träumen und Irrationalem; dass dabei gelegentlich – sowohl in den Sujets als auch im Gespräch mit den Künstlern – die Apokalypse zum Thema wird, wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere Zeit.

Die Traditionslinie führt zunächst zum klassischen Surrealismus, dann aber auch darüber hinaus zum Konstruktivismus und insbesondere zum Symbolismus, vor allem der französischen Schule, bis schließlich zurück zum italienischen Manierismus, der bereits im 16. Jahrhundert die Welt in grotesker und phantastischer Form spiegelte.

Joanna Buchowska nutzt die Technik der Collage, um das Fragmentarische, das Zusammengefügte einer Welt zu zeigen, die sich in verstörend leeren Räumen nach einem offenbar katstrophalen Ereignis verliert. Doch ganz ohne Hoffnung sind diese ausgestorbenen Szenerien am Ende nicht: die Collagen werden in lebendige, geradezu beseelte Malerei umgesetzt.

Yury Kharchenko, als Jugendlicher mit der Familie von Moskau in das Rheinland emigriert, befasst sich mit seinen Wurzeln: Was in mir und meinem Werk ist jüdisch, russisch, deutsch? Was gibt dem Leben Halt und Orientierung? Die Antwort liegt in einem sehnsuchtsvollen Mystizismus ebenso wie in dem Motiv des Hauses, das Schutz und Geborgenheit bietet.

Christopher Sage konfrontiert die vernunftgesteuerte Kunst des Konstruktivismus mit dem Irrationalen; in seinen Werken stößt das mathematisch-kühl Kalkulierte mit dem Überraschenden, Intuitiven, gar Karnevalesken zusammen. Symbolhaft dafür steht die Primzahl, die weite Bereiche des Werks bestimmt: Sie ist so klar wie sie rätselhaft ist.

Janes Schmallenberg gestaltet verwunschene landschaftliche Szenerien, die vor allem eines bewirken sollen: der Künstler will die Betrachter packen, in seine Werke hineinziehen und nicht wieder loslassen. Dafür nutzt er Motive, die auf der einen Seite leicht zugänglich sind, auf der anderen genügend Anlass geben für Überraschung und Verwunderung.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Erkunden dieser Werke!

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