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Der „konzeptuelle Impuls“ der 1960er und 1970er Jahre hat sich bis in die Gegenwart so vielfältig weiterentwickelt, dass für die Konzept-Kunst der Post-Post-Moderne eine einheitliche Definition kaum möglich scheint. Ein Anker ist die reflexive Einstellung, die die Bedingungen der eigenen Arbeit stets mitbedenkt. Diese Haltung findet sich auch bei den vier Künstlern, die wir Ihnen heute vorstellen. Sie nutzen die Medien Malerei, Installation, Collage sowie Objektkunst, mit denen sie ihre jeweils ganz eigenen Forschungsbereiche entwickelt haben:

„When Attitudes Become Form“ nannte Harald Szeemann seine wegweisende Ausstellung in Bern 1969, und dieser Ansatz gilt auch heute: Es geht weniger um bestimmte Stile, Formen oder Techniken, sondern es geht um eine Haltung. Zudem war die historische Conceptual Art in ihrer weiteren Entwicklung auch nicht gar so karg, wie mancher im Rückblick meinen mag: Man denke nur an die farbigen Wandarbeiten Sol LeWitts oder die bunt-leuchtenden Kuben von Donald Judd, ganz zu schweigen von den raumgreifenden, geradezu barocken Cut-outs Frank Stellas oder Hanne Darbovens vor Bildhaftigkeit und Farbigkeit geradezu überlaufender „Kulturgeschichte“.

CLEMENS BEHR hat den Konstruktivismus, eine der entscheidenden Voraussetzungen der Konzept-Kunst, „dekonstruiert“ und ihm ein neues, zeitgemäßes Antlitz gibt. Seine Rauminstallationen erinnern an die Merz-Bauten von Kurt Schwitters, dem Hanne Darboven eine umfangreiche Arbeit widmete.

FORSTER HERCHENBACH hinterfragt in ähnlicher Weise den Stil-Begriff. Er zerlegt die Mittel und Möglichkeiten von Malerei und fügt die Splitter zu neuen, scheinbar in sich disparaten Einheiten zusammen. 

CHRISTINE KRÄMER spielte bereits in den 1990er Jahren mit den Geheimnissen serieller Strukturen, die zwischen Organischem, Phantastischem und Ornamentalem oszillieren; in ihren neueren “Computations” erschaft und erkundet sie synthetische, kosmische Landschaften.

AARON RAHE, der Jüngste dieser Auswahl, befasst sich intensiv mit Kunsttheorie und der Position des Künstlers, insbesondere der Idee des Genies. Als Post-Post-Moderner setzt er sich mit dem Konzept “Avantgarde” auseinander.

Bitte sehen Sie zu diesem Thema auch unsere Seiten: TOP – Der konzeptuelle Impuls heute, Teil 2, sowie die Künstler DAG, Via Lewandowsky, Ulrike Schmitz, Bernhard C. Striebel und Jinny Yu.

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